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Chronologie der Mineralöldiskussion

15.06.2016 - FOODBOARD™, Barrieren

Breite Beteiligung bei der Lösungsfindung.

NOV 09MAI 11SEP 11FEB 12SEP 12

KLZH* –
Präsentation
Migrations-
Analysen vor
dem BfR**

BMEL*** –
erster
Verordnungs-
entwurf
„Mineralöl-
verordnung”
BfR –
Präsentation
Mineralöl-
Analyse-
methoden
ÖKO-TEST –
Nachweis von 
unerwünschten
Substanzen
in Tee

BLE**** –
Empfehlung 
funktionelle 
Barriere

 

NOV 12MAI 13JUL 14JUL 15OKT 15

Stiftung
Warentest –
Nachweis von 
Mineralölen in 
Advents-
kalendern

BMEL –
zweiter
Verordnungs-
entwurf
„Mineralöl-
verordnung”
BMEL –
dritter
Verordnungs-
entwurf
„Mineralöl-
verordnung”
Europarat – 
nimmt 
das Thema 
Mineralöl-
migration auf

FOODWATCH – 
Nachweis von 
Mineralölen 
in Lebens-
mitteln

 

*    kantonales Labor Zürich
**    Bundesinstitut für Risikobewertung, Deutschland
***    Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Deutschland
****    Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Deutschland

Mineralöle in Lebensmittel –
Unendlich viele Quellen

Die in der Lebensmittel-Lieferkette viel beachteten Veröffentlichungen des Kantonalen Labors Zürich (KLZH) zu den Übergängen von Mineralöl aus Verpackungen gehen auf das Jahr 2009 zurück. Als Ursache wurden damals mineralölhaltige Druckfarben identifiziert, die für Tageszeitungen sowie Postwurfsendungen eingesetzt werden und als Altpapier über den Recyclingprozess in die Papier-, Karton- und Pappenherstellung gelangen. Mittlerweile sind eine Reihe weiterer Eintragsquellen bekannt. Unendlich viele Quellen nennt das 185-seitige EFSA-Gutachten (European Food Safety Authority) zur Herkunft von Mineralölen in Lebensmitteln (EFSA Panel on Contaminants in the Food Chain, letztes Update 28. August 2013). Diese können in den bei der Lebensmittelproduktion eingesetzten Zusatzstoffen, Verarbeitungshilfsstoffen und Schmiermitteln vorkommen. Auch können Verpackungen sowie Einflüsse aus der Umwelt Ursprung von Mineralölen sein: Mineralöle als Zusatzstoffe für die Herstellung von Kunststoffen, Klebstoffen, Wachspapier und -karton, Jute oder Sisaltaschen mit mineralölhaltigen Trenn- und Lösungsmitteln, Öle für die Dosenerzeugung, Materialien aus Altpapier, Wellpappenverpackungen und Recyclingkarton ohne Barriere sowie Druckfarben auf Papier und Karton und diffuse Quellen aus der Umwelt.
 

Stets regelkonforme Produktion – 
Neue Verordnungen absehbar

Vor diesem Hintergrund hat die europäische Papier- und Kartonindustrie, welche stets nach geltenden Regelungen produziert, mit großem Einsatz gemeinsam mit den Partnern in der Wertschöpfungskette Lösungen vorangetrieben. Ebenso priorisierten die zuständigen Ministerien, Behörden und Handelsverbände dieses Thema, sodass nunmehr zwei gesetzliche Regelungen die Thematik der Migration von Mineralölen aus Verpackungen in Lebensmittel zusätzlich regeln sollen: Die Druckfarben-Verordnung regelt, dass künftig keine mineralölhaltigen Farben beim Bedrucken von Lebensmittelverpackungen zum Einsatz kommen dürfen, während die Mineralölverordnung Höchstmengen für den Übergang von Mineralöl aus und durch Lebensmittelverpackungen auf das Lebensmittel festsetzt.

Im Mai 2011 legte das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das erste Verordnungsvorhaben „22. Verordnung zur Änderung der Bedarfsgegenständeverordnung“ (Mineralölverordnung) vor. In ihrem Abschlussbericht des Entscheidungshilfeprojektes aus dem Jahr 2012 „Ausmaß der Migration von Druckfarbenbestandteilen aus Verpackungsmaterialien in Lebensmittel“ hält die deutsche Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eine funktionelle Barriere für „unverzichtbar“, um Lebensmittel vor unerwünschten Substanzen zu schützen, und empfiehlt diese ausdrücklich dem BMEL.


Mineralölverordnung in 
finaler Ausarbeitung

Am 24. Juli 2014 hat das BMEL den mittlerweile dritten Entwurf der Mineralölverordnung veröffentlicht. Der aktuelle Entwurf bezieht sich auf Lebensmittelbedarfsgegenstände, die unter Verwendung von Altpapierstoffen hergestellt sind, und sieht erneut Grenzwerte für die Migration von gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons, MOSH) und aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons, MOAH) vor. Mittelbare Migration aus der Umverpackung ist in den Grenzwerten enthalten. Bis Mitte September 2014 hatten Industrie und Verbände die Möglichkeit, den Entwurf zu kommentieren. Danach kann es zu einem weiteren Hearing bzw. zu Änderungen des Entwurfs kommen. Der Notifizierungsprozess der EU und die Abstimmung mit der WHO dauern erfahrungsgemäß maximal ein Jahr. Anschließend wird die Verordnung vom Deutschen Bundestag beschlossen. 

Im dritten Entwurf der Mineralölverordnung ist eine Übergangsfrist von 24 Monaten nach Verkündigung vorgesehen.Auch in Österreich befürwortet die Codex-Kommission eine Barrierelösung, um zukünftig unerwünschte Substanzen in Lebensmitteln zu verhindern. Eine entsprechende Empfehlung wurde Ende 2012 vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veröffentlicht. Durch das zunehmende internationale Interesse steigt auch der politische Druck, eine klare Regelung zumindest in europäischen Ländern herbeizuführen, um die vorherrschende Unsicherheit aus dem Markt zu nehmen. So hat der Europarat als erste europäische Institution im Juli 2015 in seinem Entwurf eines technischen Leitfadens für Papier und Karton auch Bezug auf Mineralölmigration genommen.

 

FOODBOARD™ entspricht
angekündigten Anforderungen

Mayr-Melnhof Karton hat seit Bekanntwerden der Mineralölthematik mit einem Expertenteam im Einvernehmen mit den gesetzgebenden Stellen im Sinne eines höchstmöglichen Verbraucherschutzes federführend an einer Lösung gearbeitet. FOODBOARD™ erfüllt die zurzeit gültigen europäischen Verordnungen und Gesetze für den direkten sowie indirekten Kontakt mit Lebensmitteln. Renommierte Institute haben entsprechende Konformitätserklärungen ausgestellt und zudem bestätigt, dass FOODBOARD™ den zuletzt veröffentlichten Regelungen einer möglichen Mineralölverordnung des BMEL entspricht.

Tageszeitungen gedruckt mit mineralölhaltigen Druckfarben
Tageszeitungen gedruckt mit mineralölhaltigen Druckfarben
Querkontamination aus Umverpackungen während des Transportes
Querkontamination aus Umverpackungen während des Transportes
Querkontamination aus Umverpackungen während der Lagerung
Querkontamination aus Umverpackungen während der Lagerung
Querkontamination aus Umverpackungen während am Point of Sale
Querkontamination aus Umverpackungen während am Point of Sale

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