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Recyclinggerechtes Design von Faltschachteln

15.10.2019 - Nachhaltigkeit, Kartonwissen

Nachhaltige Verpackungen zeichnen sich sowohl durch den Einsatz von nachwachsenden oder recycelten Materialien aus als auch durch Design und Bedruckung, die eine vollständige Wiederverwertung der eingesetzten Materialien in bestehenden Kreislaufsystemen ermöglichen. Grundsätzlich kann jede papierbasierende Verpackung nach dem Gebrauch effektiv recycelt werden, allerdings gibt es einige Komponenten, die den Kreislaufprozess erschweren. Neue Guidelines unterstützen Verpackungsdesigner bei einer zirkulären Produktgestaltung.

Eine Verpackung muss von Beginn an ganzheitlich geplant werden, um der Aufgabe des Produktschutzes und der Verkaufsförderung sowie ihrer Recycelbarkeit maximal gerecht zu werden. Um die Ziele der EU-Kreislaufwirtschaft zu erreichen und Handel, Konsumgüterproduzenten und Designern eine Orientierungshilfe zu geben, wurden und werden neue Recycling-Empfehlungen für papierbasierende Verpackungen ins Leben gerufen:
Während CEPI (Confederation of European Paper Industries) an einer europäischen Richtlinie arbeitet, die Anfang des 4. Quartals 2019 vorliegen soll, haben CPI (Confederation of Paper Industries in UK) und WRAP (The Waste and Resources Action Programme) bereits ihre Version von zukünftigen Gestaltungsempfehlungen veröffentlicht (vgl. Tabelle). Zusätzlich werden auch Kennzeichnungssysteme auf der Verpackung den Konsumenten Orientierung geben.
 

Auszug der Guideline von CPI und WRAP:

RECYCELBARKEIT
Problemlos

Keine negativen Auswirkungen auf die Stofftrennung beim Recycling

Mässig Geeignet

Begrenzt negative Auswirkungen auf die Stofftrennung beim Recycling

Ungeeignet

Negative Auswirkungen auf die Stofftrennung beim Recycling

Kunststoffolien und Laminate
  • Weniger als 3 % Gewichtsanteil
  • Abnehmbar / abziehbar
  • Materialdichte kleiner als 0,95 oder größer als 1,15 g/cm³
  • Lösliche Barrieresysteme

Weniger als 5 % Gewichtsanteil

  • Mehr als 5 % Gewichtsanteil
  • Beidseitige Laminierungen
  • Oxo-abbaubare Materialien, PVC
  • Materialien mit einer Dichte zwischen 0,95 und 1,15 g/cm³
Farben und Lacke
  • Wasserlöslich
  • Metallicfarben (nicht UV-gehärtet)

-

UV-Farben und -Lacke

Durchsichtige Papiere

Transparentpapier

Pergamin / Glassinepapier
nicht silikoniert

Fettdichte, wachsbeschichtete, silikonierte Papiere und Karton

Folienprägung

-

Auf weniger als 30 % der äußeren Oberfläche

Auf über 30 % der äußeren Oberfläche

Alternative Fasern

-

Mit Repulp-Zertifizierung

Ungeeignet zur Papierherstellung

Geschenkverpackungen

Nur Papier

-

Folienglitter oder Glitter auf Kunststoffbasis

Lebensmittelkontamination

Keine Lebensmittelspuren

Oberflächlich sichtbare Verunreinigungen

Anhaftende Lebensmittelreste

Alle MMK Kartonsorten, inkl. Barrieresorten wie FOODBOARD™ oder Freeze Grease,
sind nach Produktion 
zu 100 % im Papierkreislauf recycelbar.
MM Karton erfüllt die Norm EN 13430 (Europäischer Standard über die Anforderungen an Verpackungen für die stoffliche Wiederverwertung).

Recyclinggerechte Verpackungen schonen Ressourcen bei der Herstellung, vereinfachen die Sammlung, Verwertung und das Recycling und stellen für den Wertstoffkreislauf einen hochwertigen Sekundärrohstoff dar. Ökologische Aspekte müssen daher frühzeitig und gesamtheitlich in den Planungs-, Entwicklungs- und Gestaltungsprozess von Verpackungen miteinbezogen werden. Gerne unterstützen wir Ihren Kreativprozess hin zu nachhaltigeren Verpackungslösungen.

EXPERTENSTATEMENT zu Dos and Don‘ts

Dr. Manfred Feichtinger, Leiter MMK Technologie WLC und Vertreter der Karton- / Faltschachtelindustrie bei der Arbeitsgruppe „Recyclingrichtlinien für papierbasierende Verpackungen“ von CEPI, zu …

UV-Druckfarben
UV-Farben und -Lackierungen werden durch UV-induzierte Polymerisation vernetzt. Nach dem Aushärten bilden sie eine feste, chemisch und mechanisch stabile Schicht – vergleichbar mit einer Kunststoffklebefolie. Dadurch kann die Druckfarbe beim Deinking nur schwer entfernt werden.

Kunststoffbeschichtungen wie MetPet
Kunststoffbeschichtungen können zu einem Verlust der Recyclingfähigkeit führen. Während des Auflöseprozesses können Kunststoffe durch hohe Scherkräfte in Mikroplastik zerfallen. Weist Mikroplastik die gleiche Dichte wie Fasern (0,95 bis 1,15 g/cm³) auf, kann es in der Stoffaufbereitung nicht durch die Sortiereinrichtungen abgetrennt werden.
Beidseitige Kunststoffbeschichtungen – unabhängig der Schichtstärke – sind in jedem Fall zu vermeiden, da sie das schonende Trennen der Papierfasern durch Wasser und Zentrifugalkraft stören. Ist Kunststoff auf der Vorder- und Rückseite aufgebracht, kann das Wasser nicht in die Faserzwischenräume eindringen und daher nicht separieren. Beidseitig beschichtete Verpackungen werden als Reject aussortiert und müssen wieder entsorgt werden.

Beschichtungen und Barrieren
Wenn Beschichtungen oder Barrieren verwendet werden, muss sichergestellt sein, dass diese einfach in Wasser von den Fasern getrennt werden können. Wasserlösliche Beschichtungen und Additive sind entsprechend zu bevorzugen. Als Grundsatz gilt: Werden Barrieren direkt online auf der Kartonmaschine aufgebracht, können sie problemlos wieder aufgelöst werden.

Alternative Fasern
Verpackungspapiere und -kartons bestehen im Wesentlichen aus verschiedensten Holzfasern, die vor der Wiederverwendung in entsprechend angepassten Prozessschritten aufbereitet und gereinigt werden. Alternative Fasermaterialien wie z. B. Stroh, Gras oder Kokosfasern können speziell wegen ihrer unterschiedlichen Faserstruktur zu Störungen der Sortierprozesse führen und sollen möglichst vermieden werden, sofern nicht bereits bei ihrer Herstellung sichergestellt wird, dass sie für übliche Recyclingprozesse geeignet sind.

Grundsätzlich gilt, dass nachträgliche Offline-Beschichtungen mit papierfremden Materialien so gering wie möglich gehalten werden sollen, um den Recyclingprozess möglichst wenig zu beeinträchtigen.

 

 

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