skip_navigation

News detailiert

MMK informiert zum Hearing des deutschen BMELs über den vierten Entwurf der Mineralölverordnung vom 4. Juli 2017

Das BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) hat bestätigt, dass faserbasierte Lebensmittelkontaktmaterialien aus recycelten Fasern, die unerwünschte Substanzen ins Lebensmittel abgeben können, Teil der zukünftigen Verordnung sind. Somit sind alle Verpackungen – nicht nur die Primär- und Sekundärverpackung – über Querkontamination erfasst.

 

Ein Schutz der Verpackung in Form von Barrieren – z. B. einer funktionellen Barriere auf der Kartonrückseite – gilt nach wie vor als effektivste Lösung, um den von der Behörde bestätigten höchstzulässigen Migrationswert in das Lebensmittel von 0,5 mg/kg MOAH zu unterschreiten. Dies gilt auch für andere Arten von Lebensmittelkontaktmaterialien, die durch Querkontamination oder andere Eintragsquellen während des Transportes, der Lagerung oder im Regal belastet sind.

 

Unmittelbar nach der Ressortabstimmung zur Mineralölverordnung innerhalb der deutschen Bundesregierung beabsichtigt das BMEL den Entwurf bei der EU-Kommission ins Notifizierungsverfahren einzubringen.

Detaillierte Fakten zum Mineralölverordnungsentwurf vom 24.02.2017

„22. Verordnung zur Änderung der Bedarfsgegenständeverordnung“ 

Am 24.02.2017 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den vierten Entwurf zum Verordnungsvorhaben „22. Verordnung zur Änderung der Bedarfsgegenständeverordnung“ (Mineralölverordnung) vorgelegt.

Zielt ausschließlich auf aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe

In diesem Verordnungsentwurf stellt die Behörde nun ausschließlich auf aromatische Mineralöl-kohlenwasserstoffe (MOAH) und dem Übergang vom Lebensmittelbedarfsgegenstand auf das Lebensmittel ab, §6a(1) „…, dass aus dem Lebensmittelbedarfsgegenstand keine aromatischen Mineralöl-kohlenwasserstoffe auf Lebensmittel übergehen.“

Nachweisgrenze von 0,15 auf 0,5 mg/kg MOAH angehoben

Der höchstzulässige Migrationswert in das Lebensmittel ist mit 0,5 mg/kg MOAH (C16 bis C35) festgelegt. §6a(1) „…Bis zu einer Nachweisgrenze von 0,5 Milligramm der Summe an aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen je Kilogramm Lebensmittel / Lebensmittelsimulanz gilt ein Übergang als nicht erfolgt.“

„Eine langfristig angestrebte Nachweisgrenze von 0,15 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel/ Lebensmittelsimulanz für den Übergang von MOAH aus Lebensmittelbedarfsgegenständen kann momentan nicht in allen Lebensmitteln erreicht werden.“ 

Inverkehrbringer muss Einhaltung der spezifischen Migrationsgrenzwerte sicherstellen. 

„§6a(1) Lebensmittelbedarfsgegenstände aus Papier, Pappe oder Karton dürfen unter Verwendung von Altpapierstoff nur hergestellt und in den Verkehr gebracht werden, wenn durch eine funktionelle Barriere nach 

§2(9) sichergestellt ist, dass aus dem Lebensmittelbedarfsgegenstand keine aromatischen Mineralöl-kohlenwasserstoffe auf Lebensmittel übergehen.“ 

§2(9) funktionelle Barriere: a) eine oder mehrere Schichten oder Beschichtungen eines Lebensmittel-bedarfsgegenstandes oder b) die Umhüllung eines Lebensmittels.“

Behörde führt Ausnahmen an

Weiters differenziert die Behörde zwischen Verwendungsbedingungen oder Beschaffenheit von Lebensmitteln unter deren Bedingungen kein Übergang zu erwarten ist. Die Behörde führt hierzu Tiefkühlkost, Speisesalz oder trockene Lebensmittel mit Kurzzeitkontakt an.

Zusammenfassung

Unter Inbetrachtziehung der vollständigen Lieferkette, muss die Gesamtmigration der im Handelsregal stehenden Lebensmittelverpackung unter dem derzeit vorliegenden höchstzulässigen Migrationswert von 0,5 mg/kg für MOAH (C16 bis C35) liegen, ansonsten ist eine Barriere für Lebensmittelverpackungen vorgeschrieben.

Gerne stehen wir Ihnen für weitere Fragen zum Hearing und zum Inhalt der Mineralölverordnung bzw. entsprechenden MMK Verpackungslösungen mit funktionellen Barrieren zur Verfügung.