17. November 2003
Mayr-Melnhof Symposium: Vom Karton zum perfekt abgepackten Produkt
Am 11. und 12. November 2003 fand im Hause Bosch in Waiblingen (Deutschland) das 8. MM Symposium statt. Gemeinsam mit dem Veranstalter Mayr-Melnhof Karton luden die Firmen Robert Bosch Verpackungstechnik, CITO-SYSTEM und Karl Marbach Stanztechnik zu einer Veranstaltung rund um das Thema „Vom Karton zum Kartonieren“.
Im Mittelpunkt des Symposiums stand die Optimierung innerhalb der Wertschöpfungskette vom Hersteller des Packstoffs über den Faltschachtelproduzenten und dessen Zulieferer bis hin zum Abpacker. Ziel war es, den rund 100 Teilnehmern vor allem den Nutzen der Kooperation aller Beteiligten zu vermitteln. „Wesentliche Zeit- und Kostenersparnis bei der Entwicklung, eine störungsfreie Abpackleistung sowie letztendlich ein optimal verpacktes Produkt sind nur einige der vielen Vorteile, die daraus resultieren“, so DI Gunter Klimpel, Leiter des Technischen Kundendiensts von Mayr-Melnhof Karton und Organisator des Symposiums.
Zur Einleitung des eintägigen Programms verwies Dr. Ing. Ulrich Brief, Technischer Leiter des Produktbereichs Kartonierer und Paketierer bei Bosch Verpackungstechnik, auf die lange Tradition der MM Symposien und die Notwendigkeit für das stärkere Miteinander bei der Entwicklung von Abpackmaschinen. Auch Gunter Klimpel unterstrich die Vorteile der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von A bis Z - letztendlich auch „zur Vermeidung von Schuldzuweisungen und zur Erzielung ökonomischer Ergebnisse unter Einsparung von Zeit, Geld und Nerven“.
Michael Zelinger, Anwendungstechniker bei CITO-SYSTEM, dem weltweit bekannten Hersteller von Rillzurichtungssystemen, beschäftigte sich in seinem Vortrag mit den Anforderungen an die perfekte Rillung und Einflüssen von Fehlern wie etwa nicht zentrischen Rillungen auf die Arbeit des Kartonierers. Sein Fazit: „Was nützt der beste Karton und die durchdachteste Abpackmaschine, wenn auf dem Weg dorthin die Regeln außer acht gelassen werden.“
Die Vorstellung verschiedener Möglichkeiten der Qualitätskontrolle beim Stanzen und Rillen war das Thema des Vortrags von Samuel Vial, Vertriebsleiter von Marbach Stanztechnik. Ziel der Entwicklung praxisgerechter Prüfmaschinen ist die Vorgabe und Beachtung spezifizierter Faltwerte und Rückstellkräfte gegenüber heute üblichen, optischen und somit gefühlsmäßigen Prüfungen am gerillten Zuschnitt. Im Anschluss daran ergänzte Herr Dr. Wilke bzw. Herr Helmut Weber aus Sicht des F&E Bereiches der Bosch Verpackungstechnik die Notwendigkeit messbarer Spezifikationen von Faltschachteln, um den Käufern von Abpackanlagen garantierte Qualitäts- und Leistungsmerkmale aus maschinentechnischer Sicht geben zu können.
Herr DI Martin Doelfs vom Gastgeber Bosch Verpackungstechnik veranschaulichte das letzte Glied in der Wertschöpfungskette: die Abpackmaschine. Neben einem größtmöglichen Formatbereich und schneller und reproduzierbarer Formatumstellung sind eine hohe Maschinenverfügbarkeit und Zuverlässigkeit ein wesentliches Kriterium für den Kauf von Abpackmaschinen. Gerade im letzten Punkt setzt aber die unabdingbare Verknüpfung mit den Packstoff- und Packmittelherstellern ein. Ohne Nutzung dieser Synergien in der Wertschöpfungskette bleiben alle Einzelanstrengungen oft nur Stückwerk.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete die praktische Demonstration auf der Bosch Abpackmaschine vom Typ CUC. Dabei wurde ein Test mit teils einwandfreien und teils bewusst fehlerhaften (z.B. überpressten) Faltschachteln aus Frisch- und Recyclingfaser aus dem Hause Mayr-Melnhof Karton durchgeführt. Die Teilnehmer erfuhren dabei auf anschauliche Weise, welchen Einfluss die Qualität der Faltschachteln auf den Abpackprozess, insbesondere den Einzug sowie das Aufrichten der Schachteln hat. Darüber hinaus wurde eindrucksvoll demonstriert, dass Recyclingkarton die geforderten Leistungen genauso erbringt wie Frischfaserkarton, sofern die Ausführung des Packmittels sorgfältig erfolgt ist.
Das in der Branche mittlerweile bekannte MM-Symposium fand bereits zum 8. Mal in Folge statt. Seit 1997 organisiert der führende Kartonhersteller Mayr-Melnhof Karton diese Seminarreihe mit jeweils unterschiedlichen Themenstellungen und dem Ziel, alle Beteiligten entlang der Supply Chain näher zusammenzubringen. Neben der Produktpräsentation geht es dabei vor allem um den gegenseitigen Erfahrungsaustausch. So ist es beispielsweise für den Faltschachtellieferanten von großem Vorteil, die Funktionsweise und die Anforderungen der Abpackmaschine besser zu verstehen. Umgekehrt will der Maschinenhersteller natürlich auch sein Know-how im Bereich des Packstoffs verstärken, um seine Produkte optimal darauf abstimmen zu können. „Nur wenn jeder seine Hausaufgaben gemacht hat und die Anforderungen aller Beteiligten kennt, dann funktioniert die Wertschöpfungskette“, so Klimpel.